
Was hat Achtsamkeit mit Meditation zu tun?
Was hat Achtsamkeit mit Meditation zu tun? Welche Verbindung besteht zwischen Achtsamkeit und Meditation? Hilft die Meditation auf dem Weg zur Achtsamkeit? Diesen und ähnlichen Fragen begegnen wir immer wieder aufs Neue. Ein guter Grund, in einem Beitrag darauf einzugehen und Antworten zu suchen. Und was bietet sich dazu am Besten an? Natürlich eine Zen-Geschichte über den Sinn von Stille und Meditation:
EINE ZEN-GESCHICHTE ÜBER DEN SINN VON STILLE UND MEDITATION
Eines Tages kamen zu einem einsamen Mönch einige Menschen. Sie fragten ihn: „Was ist der Sinn von Stille und Meditation, für die Du und Deine Brüder stehen?“
Der Mönch war gerade mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern: „Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“ Die Leute blickten in den tiefen Brunnen und antworteten:“Wir sehen nichts!“
Der Mönch stellte seinen Eimer ab. Nach einer kurzen Weile forderte er die Leute noch einmal auf: „Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?“ Die Leute blickten wieder hinunter: „Jetzt sehen wir uns selbst!“
„Ihr konntet nichts sehen“ erwiderte der Mönch, „weil das Wasser unruhig war wie euer Leben. Nun aber ist es ruhig. Das ist es, was uns die Stille schenkt: man sieht sich selber!“
Dann gebot der Mönch den Leuten, noch eine Weile zu warten. Schließlich forderte er sie auf: „Und nun: Schaut noch einmal in den Brunnen. Was seht ihr?“ Die Menschen schauten hinunter. „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“
Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“
Quelle: unbekannt
In seinem Buch „Zen-Geist Anfänger-Geist“ (Unterweisungen in Zen-Meditation) schreibt Shunryu Suzuki Roshi:
Wenn wir Zazen praktizieren, folgt unser Geist immer unserem Atem. Wenn wir einatmen, tritt die Luft in die innere Welt ein, wenn wir ausatmen, geht die Luft hinaus in die äußere Welt. Die innere Welt ist ohne Grenzen und auch die äußere Welt ist ohne Grenzen. Wir sagen „innere Welt“ oder „äußere Welt“, aber in Wirklichkeit gibt es einfach nur eine ganze Welt. In dieser grenzenlosen Welt ist unsere Kehle wie eine Schwingtür. Die Luft kommt herein und geht hinaus, wie jemand, der durch eine Schwingtür tritt
Und er fährt fort:
Wenn Ihr denkt „Ich atme“ ist dieses „Ich“ ein Zusatz. Es gibt niemanden, der „ich“ sagen könnte. Was wir „Ich“ nennen, ist nur eine Schwingtür, die sich bewegt, wenn wir einatmen und ausatmen. Sie bewegt sich einfach, das ist alles. Wenn euer Geist rein und ruhig genug ist, nur dieser Bewegung zu folgen, ist nichts da: kein Ich“, keine Welt, weder Geist noch Körper, nichts als eine Schwingtür.
Das Konzept der Achtsamkeit entstammt der Meditationspraxis und hat seine Ursprünge im Buddhismus. Dessen ungeachtet ist sie, losgelöst von Spiritualität und Religion, für jeden von uns zugänglich.
So ist Meditation der Schlüssel zum Pfad der Achtsamkeit und hilft uns, uns selbst und alles um uns herum auf die rechte Art zu erkennen. Der Blick wird klar und geht in die Tiefe des Wesentlichen. Und wenn die Meditation dazu noch mit der rechten Einstellung verbunden ist, wird das Leben immer noch mehr erfüllt von Achtsamkeit.
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